105004 Original R By Psychodoc Pixelio.de

Still sitzen

Du sitzt still am Teich, wie Ananda am Teich saß.
Du sitzt fest auf dem Boden, bist auf ihm gegründet, der Atem geht von selbst.
Und du sitzt einfach, ohne etwas zu erwarten.

Nur sitzen.

Bilder kommen: schöne und schreckliche Bilder…
Gedanken: mal viele, mal wenige…
Gefühle kommen: schöne und nicht so schöne…

Ändere an nichts irgendetwas! Manchmal kommt auch nichts – wunderbar.

Alles was da kommt, ist wie der Schlamm im Teich.
Und du lässt den Schlamm wie er ist: Glitzernder Schlamm oder nur Schlamm.
Du machst nichts damit.

Du sitzt und lässt ihn sich setzen.

Du bleibst still. Du wartest.
Du beurteilst den Schlamm nicht, sagst nicht: „Wow, das ist Glitzerschlamm“ oder „das ist Drecksschlamm“.
Es ist einfach nur, was ist, und darf sein.

Du bleibst still in der Mitte davon.

Es ist nicht notwendig, dass du besonders viel Schlamm hochbaggerst.
Du musst auch nicht den Schlamm in bunten Farben anmalen.
Er darf einfach sein, was er ist.

[Text nach Pyar Troll-Rauch, aus: Das Bodhibuch, S 55; Bild: psychodoc/pixelio.de]